AZ FUTURO - Ihr Spezialist für Fachkräfte | Aktuelles Juni 2014

Vorbild statt Feindbild: Elite – ja bitte, viel mehr davon!

 

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Begabte junge Menschen verlassen massenweise das Land, ungelernte Kräfte wandern zu. Anstatt auf die Leistungselite zu setzen, erschwert man ihr das Leben.

 

 (Die Presse)

 

 

Julian ist 23 Jahre jung. Er hatte das Glück, in der Schule von seinen Lehrern besonders gefördert worden zu sein. Er war kein lernschwaches Kind, im Gegenteil, er ist hochbegabt. Das Gymnasium in einer Kleinstadt bot eigene Kurse für Kinder wie ihn an, eine Seltenheit. Dann ging er nach Wien, um zu studieren. Informatik. Eigentlich wollte er nach Harvard, aber für ein Stipendium gab es zu viele Bewerber, obwohl er die Aufnahmetests mit Bravour bestand.

 

Das Studium in Wien befriedigte Julian nicht. „Zu viel Masse, da lerne ich zu wenig.“ Dennoch machte er in kürzester Zeit seinen Bachelor. Dann kam das Angebot von Google, wo er schon ein Praktikum absolviert hatte. Er entschied sich für London. Heute verdient er dort so viel wie hierzulande ein Manager in den Mittvierzigern. Er wird wahrscheinlich nie mehr nach Österreich zurückkehren.

Julian ist nur ein Beispiel der vielen jungen, begabten, leistungsorientierten Menschen, denen Österreich zu wenig bieten kann oder bieten will. Jeder Uni-Rektor weiß, wie schwierig es ist, junge Wissenschaftler zu halten. Sie wollen forschen und nicht hunderte Prüfungen pro Woche abnehmen, in Bürokratie ersticken, wenig verdienen und um Forschungsmittel bangen. Der kürzlich gekürte Wittgenstein-Preisträger Josef Penninger ist eine Ausnahme, er kehrte aus Kanada nach Österreich zurück, wo er seither Exzellenzforschung betreibt.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Es wandern wesentlich mehr Topqualifizierte ab als zu. Pro Jahr verlieren wir bis zu 10.000 Hochqualifizierte, die vor allem in den angelsächsischen Raum auswandern. Gleichzeitig strömen etwa 30.000 ungelernte Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Österreich. Dass aus den Krisenländern Spanien und Italien aktuell auch viele gut ausgebildete junge Leute nach Österreich wollen, bringt keine Trendumkehr.

Auch die Rot-Weiß-Rot-Karte, die die Zuwanderung hoch qualifizierter Arbeitswilliger aus Nicht-EU-Ländern fördern soll, ist wenig hilfreich. Die meisten Uni-Absolventen aus diesen Ländern beantragen sie nicht einmal. Und das aus gutem Grund: Einerseits ist der bürokratische Aufwand enorm, andererseits wird sie aufgrund realitätsferner Kriterien oft nicht bewilligt.

Die Leistungselite wird aber nicht nur im akademischen Bereich von Österreich ferngehalten oder daraus vertrieben. Auch Betriebe klagen, dass Topmanager nur schwer zu bekommen sind. Das liegt vor allem an den Steuern, die in Österreich Rekordhöhe erreicht haben. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass man nun noch eine De-facto-Obergrenze bei Managergehältern eingezogen hat: Ab 500.000 Euro Bruttogehalt im Jahr ist nichts mehr abzugsfähig. Das bringt dem Budget wenig, weil die Zahl von Menschen mit einem derart hohen Einkommen überschaubar ist.

Das Signal ist jedoch fatal, weil es leistungsfeindlich ist. Es ist ein weiterer Baustein in einer Reihe von Maßnahmen, die auf Neid, Nivellierung nach unten und Mittelmaß zielen. Jemand, der aufgrund außerordentlicher Leistungen Erfolg hat, wird nicht bewundert und als Vorbild hingestellt, sondern ist Zielscheibe von Hohn und Missgunst. „Der braucht nicht glauben, dass er etwas Besseres ist!“

Bildungspolitische Maßnahmen konzentrieren sich einzig auf die Förderung Schwacher und wollen alle auf ein Mittelmaß bringen. Der unbeschränkte Hochschulzugang für alle hat zu Massenuniversitäten geführt, denen man die Möglichkeit genommen hat, besonders Begabte individuell zu fördern und sich um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu kümmern. Stattdessen muss man im Multiple-Choice-Verfahren Massenprüfungen abhalten und möglichst viele „hinausprüfen“.

„Elite“ muss zu einem politischen Ziel werden, statt zu einem Schimpfwort zu verkommen. Denn wenn es nicht gelingt, eine Trendumkehr zu schaffen, also mehr Leistungsfähige und -willige zu behalten und anzulocken, wird es bald zu wenige Leistungsträger geben, die die Schwachen mittragen.

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